„Die Ölspurbeseitigung im
Nassreinigungsverfahren ist
Stand der Technik."

„Die Verkehrsflächenreiniger und Unfallstellensanierer verdienen für Ihre Kompetenz und ihre geleistete Arbeit Anerkennung und Respekt. Sie schaffen Sicherheit, sie erhalten Werte, sie schützen die Umwelt. In unser aller Interesse."

Erstes bundesweites Verbandstreffen der Verkehrsflächenreiniger und Unfallstellensanierer in Kassel (VVU)

VBA NewsletterAm 18.02.2010 fand in Kassel das erste bundesweite Treffen des Verbandes der Verkehrsflächenreiniger und Unfallstellensanierer Deutschlands (VVU) statt.

Angesichts des stetig steigenden Individualverkehrs und, im Hinblick auf die Umwelt problematischer, moderner Betriebsstoffe, gewinnen neue Abreinigungsmethoden im Fall extremer Umweltschäden durch Unfälle und Havarien immer mehr an Bedeutung. Bundesweit wird die Behandlung solcher Schäden jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt. Auch die Frage der Kosten, die durch neue aufwendigere Reinigungsverfahren entstehen, ist nicht hinreichend geklärt. Unterschwellig findet eine, teils sehr heftig ausgetragene Kontroverse zwischen Dienstleistern und Kostenträgern statt.

Das so genannte Nassreinigungsverfahren ist eine relativ junge Technologie, die derzeit in verschiedenen Varianten bei der Verkehrsflächenreinigung angewandt wird. Um diese Technologie ist in den vergangenen Jahren eine Branche von Zulieferern und Dienstleistern entstanden, die die vorhandenen Systeme beständig verfeinert und weiter entwickelt.
Ein Prinzip haben die unterschiedlichen Nassreinigungsverfahren im Gegensatz zur herkömmlichen Abreinigung mit Ölbindemitteln jedoch gemeinsam. Es handelt sich dabei um geschlossene Systeme. Das heißt: Der ausgetretene Schadstoff, sowie die eingesetzten Reinigungsmittel werden restlos wieder aufgenommen. Damit wird eine Kontamination von Erdreich oder Wasser nahezu ausgeschlossen.

Auch in punkto Verkehrssicherheit erzielen die Nassreinigungsverfahren im Regelfall erheblich bessere Ergebnisse als die herkömmlichen Methoden. Die restlose Beseitigung von ausgetretenen Schmierstoffen, stellt die Griffigkeit unmittelbar nach der Abreinigung der Fahrbahn nahezu vollständig wieder her, so dass eine Freigabe des betroffenen Bereiches, und damit ein sicheres Weiterfließen des Verkehrs sofort wieder gewährleistet sind, im Gegensatz zu früher, wo große Havarien oft tagelange Sperrungen oder Beeinträchtigungen durch Geschwindigkeitstrichter nach sich zogen.

Bleibt nicht zuletzt der Umstand, dass bestimmte insbesondere moderne Betriebsstoffe nachweislich Straßenbeläge schädigen können, was im Zweifel zu nicht unerheblichen Folgekosten durch Spätschäden führt, werden sie nicht schnell und restlos entfernt.

Angesichts der Notwendigkeit der Anwendung dieser Verfahren sind noch viele Fragen offen, vor allem aber, ob Kosten und Nutzen im Einzelfall in einem angemessenen Verhältnis stehen. Über diese und andere Punkte gehen die Meinungen aller Seiten derzeit weit auseinander und eine gemeinsame Strategie, die offenen Fragen zu klären gibt es nicht.

Der VVU Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, diese offenen Fragen zu klären und zu bundeseinheitlichen Regeln bei der Behandlung von Extremumweltschäden durch den Kraft- und Güterkraftverkehr auf Deutschlands Straßen zu kommen. Im Interesse der Betriebe, aber auch im Interesse der Kostenträger wie Baulastträger und Versicherungen will man den neuen, erheblich gründlicheren Verfahren bundesweit zum Durchbruch verhelfen. Dabei stehen nicht nur monetäre Belange im Vordergrund, sondern auch der Gedanke an Verkehrssicherheit und allem voran an die Umwelt, sprich, dem Trinkwasserschutz. Diese Aspekte will der Verband auch verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit rücken.

Die Gründung des VVU Deutschland wurde zumindest von den Vertretern der Branche sehr begrüßt. Bleibt abzuwarten, ob sich der Verband in absehbarer Zeit auch als Gesprächspartner für die Träger der Straßenbaulast und die Versicherungswirtschaft etablieren kann.

Das Treffen in Kassel war am Ende geprägt von vorsichtigem Optimismus und einer spürbaren Aufbruchstimmung, vor allem jedoch von der Erkenntnis, dass Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen sich nicht widersprechen müssen.