„Die Ölspurbeseitigung im
Nassreinigungsverfahren ist
Stand der Technik."

„Die Verkehrsflächenreiniger und Unfallstellensanierer verdienen für Ihre Kompetenz und ihre geleistete Arbeit Anerkennung und Respekt. Sie schaffen Sicherheit, sie erhalten Werte, sie schützen die Umwelt. In unser aller Interesse."

Gelungener Auftakt des neu gegründeten VVU in Nürnberg

Wenige Wochen nach seiner konstituierenden Sitzung hat sich der neu gegründete Verband der Verkehrsflächenreiniger und Unfallstellensanierer Deutschland (VVU) am 03.02.2010 bei einem informellen Treffen in Nürnberg interessierten Mitgliedern der Branche vorgestellt. Die Tatsache, dass der jetzt bundesweit aufgestellte Verband ursprünglich auf eine Initiative rein süddeutscher Betriebe zurückgeht, war aus der Zusammensetzung der Teilnehmer überhaupt nicht mehr zu erkennen. Zwar blieb kurzfristig ein wesentlicher Teil der angemeldeten süddeutschen Betriebe wetterbedingt aus, diese Lücken wurden jedoch durch ebenso kurzfristig angemeldete, teilweise vom hohen Norden per Flugzeug, und aus allen Teilen der Bundesrepublik angereiste Interessierte Betriebsinhaber spielend geschlossen. Ein ermutigender Auftakt für die Gründungsmitglieder des VVU und ein Zeichen dafür, dass die Branche auf ein derartiges Signal gewartet hat. Am 18.02.2010 will der VVU in Kassel bundesweit ein weiteres solches Zeichen setzen.

Zu Beginn sah sich der neu gegründete Verband noch vielen Bedenken bzgl. seiner Ausrichtung ausgesetzt. Über die Gründung eines exklusiven Clubs und der gezielten Ausgrenzung bestimmter Marktteilnehmer wurde schon in der Anfangsphase der Gründung gemutmaßt. Die Sorge schien berechtigt, es könnte sich hierbei nur um den Versuch handeln, die Lücke zu schließen, die sich nach der Insolvenz der Orcatech-Gruppe aufzutun droht. Auch wurde aus dem weiteren Umstand, dass man zu dieser Veranstaltung nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmern einlud geschlossen, man wolle sich in irgendeiner Form abgrenzen.

Unbegründete Bedenken, wie sich schnell heraus stellte.

Das umfassende Konzept, das der kommissarische Vorstand Uwe Neubauer (Fa. AGB-Bamberg, Bayern) dort vorstellte, hat diese Bedenken rasch zerstreut. Wenn zu Beginn auch ein eher düsteres Bild der momentanen Lage gezeichnet wurde, so stand am Ende doch die Vision einer geschlossenen und starken Gemeinschaft über die Gruppen hinweg. Eine Branche, die sich selbst Pflichten und Verantwortung auferlegt, aber im Gegenzug auch energisch ihre berechtigten Ansprüche anmeldet.

Der VVU hat sich kurz-, mittel- und langfristig klare Ziele gesteckt. Kurzfristig stehen verschiedene Projekte auf der Agenda. Zum Beispiel die Errichtung einer Informationsplattform. Ein intensiver Austausch zwischen den Marktteilnehmern soll in Gang kommen, der es dem Einzelnen ermöglicht juristische, kaufmännische und strategische Fehler zu vermeiden. Ein weiterer Schritt ist die Schaffung handlungsfähiger aber schlanker Verbandsstrukturen und vor allem die Zusammenführung möglichst vieler-, am besten aller Marktteilnehmer unter dem Dach des VVU.

Mittelfristig will man eine Einigung mit den Kostenträgern, vornehmlich den Versicherern, aber auch Ländern und Kommunen über künftige Regeln im Markt erzielen. - Keine leichte Aufgabe, bedenkt man, dass Teile der Versicherungswirtschaft derzeit nur noch über ihre Anwälte mit der Branche kommunizieren. Diese Blockade zu durchbrechen hat der VVU sich zu einer seiner wichtigsten Aufgaben gemacht.

Die Verfolgung rein wirtschaftlicher Interessen wäre jedoch zu kurz gedacht. Der VVU will weiter denken. Es sei nicht vergessen, dass die Branche mit ihrer täglichen Arbeit Jahr für Jahr Tonnen von giftigen Stoffen aus dem Umweltkreislauf nimmt, und somit einen ganz wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz leistet. Darüber hinaus bringt die Weiterentwicklung moderner Betriebsstoffe für Kraftfahrzeuge auch neue Probleme bezüglich ihrer Giftigkeit und ihres Schädigungspotenzials an der Bausubstanz der Verkehrswege mit sich. Die Leistung der Verkehrsflächenreiniger und Unfallstellensanierer hilft also nicht nur der Umwelt, sie trägt auch wesentlich zur Werterhaltung und Vermeidung von Kosten für die Allgemeinheit durch Spätschaden an der Infrastruktur bei.

Langfristig hat man sich eine offensive Öffentlichkeitsarbeit verordnet, mit dem Ziel Bewusstsein für das Thema Verkehrsflächenreinigung und ihrer Bedeutung für Umwelt und Allgemeinheit zu schaffen. Die Durchsetzung allgemeiner Richtlinien und Verhaltensregeln bei Ölunfällen ist dabei nur ein Aspekt. Die verbindliche Verpflichtung zur Extremschmutzbeseitigung nach dem „Stand der Technik“ qua Gesetz ist eines der wichtigsten Fernziele, das der VVU verfolgt. Dazu bedarf es beharrlichen Einwirkens auf die Entscheidungsträger der Verbände, der Wirtschaft und der Politik und vor allem eines breiten öffentlichen Bewusstseins.

Der Vorstand des VVU hat in Nürnberg klar gemacht, dass die Branche diese Ziele nicht alleine und nur aus sich heraus erreichen kann. Ein zielstrebiges, rasches aber gleichermaßen besonnenes Vorgehen der Handelnden ist ebenso notwendig, wie die Unterstützung durch kompetente Berater von außen. Herr Neubauer stellte dazu fest: „Es gibt viele Punkte, an denen die Branche ansetzen kann. Doch wir schaffen es nicht alleine. Das Prinzip des Handelns muss es sein, das Machbare zu erkennen und es dann auch zu tun, und zwar sofort!“

Der VVU zielt auf eine nachhaltige Verbesserung des Erscheinungsbildes der Branche nach innen sowie nach außen und im Ergebnis auf eine Stabilisierung des Marktes und die Sicherung der Existenzgrundlagen seiner kleinen und mittelständischen Betriebe.

Die anwesenden Betriebe haben den Vorstand in Nürnberg noch an Ort und Stelle zu Verhandlungen legitimiert. Ein Vertrauensvorschuss der Mut macht, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Was im kleinen (süddeutschen) Kreis in Nürnberg begonnen wurde, soll auf einem bundesweiten Treffen der Branche in Kassel fortgesetzt werden. Man darf gespannt sein.